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Zecken entfernen – so machst Du es richtig

von Melanie Hofbauer
Zecken richtig entfernen: Komplette Anleitung und alle Tipps

Zecken richtig entfernen – Erfahre wie Du vorgehen musst, welche Fehler du nicht begehen darfst und wie eine Nachversorgung aussieht. MyHealth Mentor hat die komplette Anleitung und alle wichtigen Tipps für Dich.

Hat die Zecke Dich als Opfer ausersehen, sticht sie meist nicht gleich zu, sondern krabbelt mehrere Stunden am Körper umher, um sich eine passende Stichstelle zu suchen. In den meisten Fällen sind das weiche Körperpartien wie z.B. unter den Achseln oder in den Kniekehlen. Hat die Zecke mit ihren Mundwerkzeugen die Haut angeritzt, verankert sie sich mit ihrem Stechapparat und beginnt Blut zu saugen.

Im folgenden Artikel erfährst Du, welche Körperstellen besonders gefährdet sind und wie Du Zecken richtig entfernen kannst. Lies auch unsere Tipps zu alten Hausmitteln, die garantiert nicht wirken oder welche vorbeugenden Maßnahmen einen besseren Schutz versprechen.

Schnell entfernen

Wirklich aufpassen kannst Du nicht. Zecken sind so klein, dass sie sich an Dich heften, ohne das Du es bemerkst. Oftmals werden Zecken eher zufällig entdeckt, als kleiner dunkler Punkt auf der Haut. Ist das der Fall, dann entferne sie so schnell wie möglich. Mittlerweile ist ganz Deutschland Übertragungsgebiet für Lyme-Borreliose und große Teile Süddeutschlands für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Zecken richtig entfernen: Zecke in der Haut

Halte dich an die Regel: Je eher Du die Zecke entfernst, desto geringer ist das Risiko, dass Krankheitserreger übertragen werden. Es dauert mehrere Stunden, bis Bakterien wie Borrelien aus dem Darm der Zecke in den Saugapparat gelangen. Jedoch können FSME-Viren bereits nach kurzer Zeit weitergegeben werden.

Zecke richtig entfernen

Nach dem Einstich in die Haut, verankert sich die Zecke mithilfe kleiner Widerhaken an ihrem Stechrüssel. Weiterhin produziert sie eine Art Zement, mit dem sie sich zusätzlich in der Haut verklebt. Ziehst Du die Zecke heraus, ist also mit einigem Wiederstand zu rechnen. Achtung: Du kannst eine Zecke nicht falsch entfernen!

Zecken richtig entfernen klappt am besten mit einer spitzen Pinzette oder einer speziellen Zeckenkarte, Zeckenpinzette oder Zeckenschlinge. Diese Hilfsmittel erhältst Du in jeder Apotheke. hast Du sie nicht zur Hand, klappt es auch mit den Fingernägeln. Achte jedoch darauf, die Zecke beim Herausziehen nicht zu quetschen.

Die Pinzette oder Zange setzt Du möglichst knapp über der Haut an und ziehst dann die Zecke in einer kontrollierten Bewegung senkrecht aus der Haut. Bei einer Pinzette hilft es oftmals, sie leicht hin und her zu drehen. Rausdrehen musst Du die Zecke nicht – sie kennt weder Links- noch Rechtsgewinde. Vermeide es möglichst die Zecke zu quetschen, denn sonst könnten Körperflüssigkeiten in die Einstichstelle gelangen.

Zecken richtig entfernen: Schutz vvor Zecken

Die Anwendung einer Zeckenkarte ist etwas anders. Dabei entfernst Du die Zecke durch eine einfache Schiebebewegung, und musst nicht aktiv ziehen. Lege die Karte möglichst nah an die Einstichstelle und schiebe sie dann vorsichtig unter das Tier, bis sich die Zecke löst.

Wo eine Zecke ihr Unwesen treibt, können sich auch weitere Artgenossen tummeln. Suche daher gründlich den ganzen Körper ab.

Bevorzugte Stichstellen von Zecken sind:

  • Genitalbereich
  • Innenseite der Oberschenkel
  • Kniekehle und Armbeugen
  • Bauchnabel
  • Hautfalten wie z.B. unter den Brüsten
  • Achselhöhlen
  • Hals und Nacken
  • Kopfhaut
  • Ohrmuschel sowie hinter den Ohren

Kinder sind besonders an Kopfhaut und Nacken anfällig für einen Zeckenstich.

Hausmittel?

Warnung: Alte Hausmittel wie Öl, Nagellackentfernen, Alkohol oder Klebstoff helfen NICHT weiter. Diese Mittel töten die Zecke nicht. Du bringst die Zecke eher dazu sich zu übergeben – wodurch Bakterien und Viren übertragen werden.

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Zecke richtig entsorgen

Hast Du Zecken richtig etnfernen können oder ein krabbelndes Exemplar aufgelesen, solltest Du das Tier unschädlich machen. Achte darauf, nicht mit seinen Körperflüssigkeiten in Berührung zu kommen. Eine wortwörtlich todsichere Nummer ist, wenn Du die Zecke in hochprozentigen Alkohol oder Desinfektionsmittel legst. Bewährt hat sich auch, die Zecke in ein Stück Papier zu legen und sie mit einem Gegenstand zu zerdrücken.

Auf keinen Fall solltest Du die Zecke die Toilette runterspülen. Die Tiere sind so robust, dass sie sogar hohe Temperaturen. Ebenso unwirksam ist das zerdrücken mit dem Schuhabsatz oder den Fingern. Hier besteht zudem die Gefahr, dass möglicherweise Krankheitserreger über die Haut in den Körper gelangen. Es gibt Menschen, die versuchen eine Zecke mithilfe eines Feuerzeugs zu verbrennen. „Belohnt“ werden diese Mühen durch schwere Verbrennungen.

Nachversorgung

Nachdem Du die Zecke vollständig entfernt hast, solltest Du die Stichstelle mit Wunddesinfektionsmittel einreiben.

Halte die Hautstelle für etwa zwei Monate im Blick. Eine Rötung unmittelbar nach dem Stich ist völlig normal. Sie sollte jedoch in einigen Tagen wieder abklingen.

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Wann zum Arzt?

Auch wenn Du noch so genau und vorsichtig vorgegangen bist, kann es passieren, dass Du die Zecke nicht komplett erwischst und Teile davon in der Haut zurückbleiben. Erstmal kühlen Kopf bewahren! In den meisten Fällen sind nur noch Reste des Stechapprats, und nicht der ganze Kopf der Zecke, verblieben. Der Körper stößt oftmals die Fremdkörper von alleine ab. Möchtest Du auf Nummer sicher gehen, dann lasse die feststeckenden Teile von einem Arzt entfernen. Beobachte, ob sich die Stelle entzündet. Sollte das der Fall sein, dann auf jeden Fall zum Arzt gehen, vor allem wenn ein Kind betroffen ist. Vorsorglich sollte auch der Tetanusschutz überprüft werden.

Wenn sich die Haut nach einiger Zeit erneut rötet, solltest Du einen Arzt aufsuchen. In diesem Fall könnte es sich um eine Wanderröte (Erythmea migrans) handeln, ein Hinweise auf die Lyme-Borreliose.

Solltest Du ein bis zwei Wochen nach dem Stich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen haben, dann ab zum Arzt. Das könnte auf FSME hindeuten.

Risikogebiete

In Deutschland ist vor allem Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen.
Eine aktuelle Karte findest Du auf der Webseite des Robert Koch-Instituts.

Zecken richtig entfernen: Risikogebiete für FSME

Zeckenstich vorbeugen

Zecken leben typischerweise am Boden oder in Bodennähe in niedriger Vegetation. Vor allem im hohem Gras, Gestrüpp, Gebüsch, Unterholz oder Dickicht sind sie anzutreffen. Dort lassen sie sich nicht auf ihre Opfer fallen, sondern werden beim Vorbeigehen unbemerkt abgestreift. Zecken sind nicht nur im Wald oder auf dem Land zu finden, sondern auch in städtischen Gebieten.

Ein wichtiger Schutz ist die Impfung gegen FSME. Weiterhin gelten ein paar wichtige Verhaltensregeln, damit du der Zecke keine Angriffsmöglichkeiten bietest. Folgende Tipps helfen Dir:

  • Meide möglichst typische Lebensräume von Zecken wie beispielsweise hohes Gras, Gebüsch oder Unterholz.
  • Trage geschlossene Kleidung und festes Schuhwerk, um Zecken keine freie Haut anzubieten. Zecken stechen nicht durch Kleidung durch.
  • Auf heller Kleidung kannst Du Zecken schneller erkennen und rechtzeitig entfernen.
  • Ziehe Socken über die Hosenbeine, sodass sie nicht im Hosenbein hochkrabbeln können.
  • Spezielle Zeckenschutzmittel wie z.B. Sprays oder Lotions auf der Haut und Kleidung bieten einen temporären Schutz gegen Zecken. Unter Umständen musst Du sie wiederholt auftragen.
  • Hast Du Dich in typischen Lebensräumen der Zecke aufgehalten, suche Kleidung und Körper genau auf Zecken ab. Zecken können sehr klein sein (1 mm) und damit sehr unscheinbar.
  • Vergiss beim Absuchen nicht schwer einsehbare Körperregionen wie Kniekehlen, Genitalbereich, Achseln, Rücken, Nacken, Kopf und Ohren. Notfalls bitte jemanden um Hilfe.
  • Habe eine geeignete Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenschlinge im Haushalt parat, damit Du im Notfall Zecken richtig entfernen kannst. Auch bei Ausflügen lohnt es sich, sie dabei zu haben.
  • Vermeide es, wilde Tiere zu berühren oder zu streicheln.
  • Zecken können auch von Haustieren auf den Menschen übergehen. Von daher sind auch Haustiere regelmäßig auf Zecken zu untersuchen.

Fazit

Im Folgenden haben wir noch einmal die wichtigsten Fakten zum Schutz vor Zecken zusammengefasst. Du weißt nun, wie Du Zecken richtig entfernen kannst, welche alten Hausmittel NICHT helfen und welche Tipps zum vorbeugenden Schutz dienen.

  • Entferne die Zecke möglichst schnell
  • Verwende eine spitze Pinzette, Zeckenkarte, Zeckenschlinge oder mit den Fingern
  • Suche regelmäßig den gesamten Körper ab
  • Nutze vorbeugende Maßnahmen zum Schutz
MyHealth Mentor: Gesundheitsblog

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